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  • Marc Oliver Rühle

Dreh im Vogtland: Freie Presse berichtet

Der Dresdner Sänger und Musiker der Popband Polarkreis 18 stand am vergangenen Mittwoch im oberen Vogtland vor der Kamera. Gedreht wurde für eine musikalische Fernseh-Dokumentation. Dabei sind auch Einrichtungen und Menschen aus der Region mit eingebunden.

Musiker und Sänger Felix Räuber besucht verschiedene Regionen Sachsens, um die dortigen Menschen und die Entstehung von regionaler Musik zu erforschen. Das Projekt nennt sich „Wie klingt Heimat“. Gedreht wurde dazu unter anderem in Markneukirchen bei Geigenbau- meister Ekkard Seidl und in der elektroakustischen Manufaktur Vermona, in Schöneck in den Bergheim Container-Lofts, der Sternwarte in Rodewisch sowie in der Steampunk-Pension im Weltraumbahnhof in Morgenröthe-Rautenkranz.

Die serielle Dokumentation wird insgesamt zehn Episoden beinhalten, die Ende 2022, Anfang 2023 im Fernsehen ausgestrahlt werden sollen. Sender und genauer Zeitpunkt stehen noch nicht fest. In Zusammenarbeit mit den Protagonisten aus den verschiedenen Regionen entsteht in jeder der zehn Folgen ein gemeinsames Musikstück und so- mit am Ende auch ein Album mit zehn neuen Liedern. Dabei kommen unter anderem Instrumente und die Protagonisten selbst zum Einsatz, die Räuber aus den unterschiedlichen Kulturkreisen aufgegriffen hat. Daraus soll die sogenannte Sinfonie der Kulturen entstehen, welche nächstes Jahr im Juni, zu den Dresdener Musikfestspielen im Kulturpalast, zusammen mit Felix Räuber, uraufgeführt werden soll. So hat der Musiker von Geigenbaumeister Ekkard Seidl eine Geige bekommen, die musikalisch mit eingebunden wird. Die Firma Vermona stelle dafür einen Synthesizer zur Verfügung.

Für die Dokumentation fanden Dreharbeiten unter anderem auch in der Oberlausitz und im Elbsandsteingebirge statt. Felix Räuber traf dabei auf die sorbischen Osterreiter mit ihren traditionellen Kirchenliedern oder auf den Bürgerchor in Hoyerswerda. Vertont wird auch ein unveröffentlichtes Lied vom 1998 verstorbenen Liedermacher Gerhard Gundermann, welches im Gundermann Archiv in Hoyerswerda schlummerte. Der Titel: „Das Lied der Raumschiffe und Astronauten“. Dadurch wurde auch ein Bezug zu Morgenröthe-Rautenkranz hergestellt. Die Doku zeigt, wie Felix Räuber in der Steampunk-Pension im Weltraumbahnhof ankommt und von der Inhaberin Nancy Preller in Empfang genommen wird. In den Episoden begibt sich der 37-jährige Musiker auf akustische Spurensuche, gleichzeitig soll auch den Menschen und Protagonisten der Doku eine Plattform geboten werden, die sonst wenig gehört werden. Ebenso ethnischen Minderheiten wie den Sorben.


„Es wird eine künstlerische Dokumentation werden, die sich mit dem Begriff der Heimat in Vergangenheit, Jetzt und Zukunft auseinandersetzt und gleichzeitig die kulturelle Vielfalt in Sachsen widerspiegelt“, erklärt Räuber. Als Tourist war er 2018 in Nordkorea unterwegs, als das 70. Staatsjubiläum des Landes gefeiert wurde. „Noch beschallt von den Propaganda-Liedern fragte ich mich auf dem Rückflug, wie es eigentlich bei uns in Sachsen vor der eigenen Haustüre klingt. Für mich, als Dresdner, ist das sehr spannend herauszufinden.“ Das Vogtland wird in der vierten Episode der Reihe Thema sein.

Felix Räuber wurde mit der Popgruppe Polarkreis 18 und dem Hit „Allein, Allein“ im Jahr 2008 bekannt. Wie er sagt, ruht die Tätigkeit der Band seit mittlerweile zehn Jahren.


Text: Christian Schubert, Freie Presse

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